rTMS in der Klinik Walstedde

Die repetitive Transkranielle Magnetstimulation – kurz rTMS- ist ein neuartiges, nicht invasives, therapiergänzendes Verfahren, welches seit 2018 in der Klinik Walstedde zur Behandlung von Angsterkrankungen, Depressionen, Schizophrenien, Schmerzen, Zwangsstörungen und Impulskontrollstörungen eingesetzt wird. Bei der rTMS werden Hirnareale durch magnetische Impulse stimuliert. Dies geschieht, in dem gepulste Magnetfelder mittels einer Magnetspule auf das entsprechende Hirnareal einwirken und dieses, ähnlich wie bei Psychopharmakagabe, aktivieren.

Das Verfahren der Transkraniellen Magnetstimulation wurde bereits im 19. Jahrhundert durch den Arzt und Physiker Jacques-Arsène d'Arsonval am Collège de France in Paris entdeckt und schließlich in seiner heutigen, modernen Variante 1985 von Anthony Barker an der University of Sheffield vorgestellt. Seit 1998 gelten in der Anwendung strenge Richtlinien, die eine exzellente Durchführung des Verfahrens sichern. In der Klinik Walstedde arbeiten nur durch die Herstellerfirma Magventure dezidiert geschulte Mitarbeiter, um eine einwandfreie Behandlung sicherzustellen.

Folgende Störungen können in der Klinik Walstedde mittels rTMS behandelt werden:

  • Depressionen
  • Angsterkrankungen
  • Psychosen
  • Affektive Störungen
  • Schmerzsyndrome
  • Zwangsstörungen
  • Impulskontrollstörungen
  • Tinnitus
  • Aktuell wird das Behandlungsspektrum um peripherie-muskuläre und neurologische Erkrankungen erweitert

Behandlungsablauf

Die Behandlung setzt sich aus zwei Behandlungsblöcken á drei Wochen zusammen. Zunächst wird das für Angstverarbeitung zuständige Hirnareal (neuronales Netzwerk) in einer jeweils 18 Minuten dauernden Sitzung stimuliert, anschließend die kontralaterale (gegenüberliegende) Seite in dreiminütigen Sitzungen.

Vor jeder Behandlung haben die Patienten die Möglichkeit, eine physiotherapeutische Stimulation der Rücken- und Halsmuskulatur in Anspruch zu nehmen, die eine Lockerung der Muskulatur bewirkt und zur Entspannung beiträgt. Während der Behandlung ist stets ein Therapeut anwesend und überwacht den Prozess.

Begleitend zu den Beobachtungen und Befragungen während der rTMS-Sitzungen füllen die Patienten wöchentlich Diagnosebögen aus, um die Veränderung der Krankheitssymptome unter der rTMS-Behandlung einschätzen und dokumentieren zu können.

Zudem gibt ein täglich ausgefülltes Stimmungsprotokoll den Patienten die Möglichkeit, die die Entwicklung der im Diagnosebogen aufgelisteten Krankheitssymptome im Verlauf der Woche beobachten und festhalten zu können.

Je nach Erkrankung werden die Sitzungen durch Entspannungstechniken oder kognitive imaginative Verfahren ergänzt.

 

Nebenwirkungen

Das rTMS-Verfahren ist sehr gut verträglich, Nebenwirkungen sind seit der Professionalisierung des Verfahrens 1985 kaum in Erscheinung getreten.

Lediglich unmittelbar nach der Behandlung auftretende Müdigkeit und Kopf- bzw. Muskelschmerzen der ggf. mitstimulierten Gesichtsmuskulatur (Kiefer/Schläfe) können die Folge sein, die aber durch ausreichende Flüssigkeitsaufnahme am Behandlungstag und Ruhephasen nach den Sitzungen vermieden werden können. Gelegentlich kann auch Übelkeit auftreten.

Die Magnetimpulse werden als ein Klopfen auf das jeweilige Areal wahrgenommen und können daher bei stärkerer Intensität als unangenehm empfunden werden. Allerdings sind die rTMS-Therapeuten dazu in der Lage, die Behandlung durch Anpassung der Impulsstärke für die Patienten angenehmer zu gestalten.

Ausschlusskriterium zur Behandlung: Das Vorhandensein eines Herzschrittmachers!

FAQ

FRAGE: Ist die Behandlung schmerzhaft?
ANTWORT: Nein, das Klopfen der magnetischen Impulse kann lediglich als unangenehm wahrgenommen werden.

FRAGE: Kann die Behandlung dauerhaften Schaden anrichten?
ANTWORT: Nein, bei korrekter Anwendung der Methode sind keine Schäden zu erwarten.

FRAGE: Wird die Behandlung von der Krankenkasse übernommen?
ANTWORT: Ob und in welcher Höhe die Kosten von der Krankenkasse übernommen werden, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und muss mit der Krankenversicherung individuell abgestimmt werden. Über mögliche Zuzahlungen informieren wir Sie gerne in einem persönlichen Gespräch.

FRAGE: Welche Nebenwirkungen können auftreten?
ANTWORT: Müdigkeit und Kopschmerzen, Schwindel und in seltensten Fällen epileptische Anfälle.

FRAGE: Wann kann ein Patient nicht oder nur nach gründlichen Voruntersuchungen behandelt werden (Kontraindikationen)?
ANTWORT: Bei bestehender Schwangerschaft, Tattoowierungen im Kopf-/Nackenbereich, Epilepsie, Synkope, Schädelhirntrauma, Metallsplittern/-clips innerhalb des Schädels.

 

Bilder mit freundlicher Genehmigung des Herstellers: https://www.magventure.com/de